Eigentlich gibt es Grund zu jubeln: „Wir haben es geschafft!“ Die Vaihinger Seilbahnpläne werden offiziell nicht weiterverfolgt. Dennoch ist das Thema leider nicht ganz vom Tisch. Aber lieber der Reihe nach:
Wie berichtet, hatte sich der Vaihinger Bezirksbeirat bei seiner letzten Sitzung mit drei überraschenden Gegenstimmen aus der CDU bereits gegen das Seilbahnprojekt ausgesprochen. Das irritierende Abstimmungsverhalten jener drei CDU-Bezirksbeiräte hatte bei der folgenden Sitzung des Bezirksvorstands der Partei ein Nachspiel: „Mit sehr deutlicher Mehrheit“ wurde dort beschlossen, dass die Vaihinger CDU „aufgrund der vorliegenden Bewertung gegen eine Seilbahntrasse in Vaihingen“ ist.
Mit diesem eindeutigen Votum aus dem Bezirk kam es am Dienstag, 30. Juni 2026, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik endlich zur Abstimmung über die Empfehlung der Stadtverwaltung, die Vaihinger Pilottrasse nicht weiter zu verfolgen. Dem wurde mit nur einer Gegenstimme von Stadtrat Ozasek von der Klimaliste zugestimmt.
„Der Spuk einer Seilbahn durch Vaihingen hat ein Ende gefunden“, konstatierte CDU-Stadtrat Jürgen Sauer hinterher zufrieden. SÖS-Stadtrat Hannes Rockenbauch, der nach eigenem Bekunden „noch nie ein großer Fan der Seilbahn“ gewesen sei, folgte explizit der Empfehlung seiner Parteikollegen im Vaihinger Bezirksbeirat, Gerhard Wick und Reinhard König, und stellte klar: „Selbst nach einer Aufsiedlung des Eiermann-Areals wäre eine Seilbahn volkswirtschaftlich nicht sinnvoll.“ Wie die meisten anderen Stadträte begrüßte auch FDP-Stadtrat Dr. Cornelius Hummel das Ende der „Luftnummer Luftseilbahn“ in Vaihingen.
Die Grünen, die trotz des negativen Ergebnisses der Machbarkeitsstudie an der Seilbahnidee festhalten wollen, forderten dagegen, das Projekt lediglich zu „pausieren“, bis Klarheit über die Erschließung des Eiermann-Areals besteht. Im direkten Vergleich mit Bus und Stadtbahn könne sich die Seilbahn dann doch noch als beste Lösung erweisen. Über diese in einem Antrag formulierte Forderung wurde zwar nicht offiziell abgestimmt, doch Abteilungsleiter Stephan Oehler vom Amt für Stadtplanung und Wohnen machte, wie er es formulierte, „einen Haken dahinter“. Im Anschluss an die Diskussion darauf angesprochen, wollte er nicht ausschließen, dass die Seilbahn noch einmal ins Spiel kommen könnte, wenn es um die künftige Verkehrserschließung des Eiermann-Campus geht.
Die Bürgerinitiative „Rettet das Rosental“ muss also weiterhin wachsam bleiben, da die Seilbahn trotz klarer Negativbilanz zu einem späteren Zeitpunkt wieder Thema werden könnte. Wahrscheinlich ist das nicht, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht. Der vorläufige Sieg der Vernunft ist dennoch ein guter Anlass zur Freude!
Foto: © Eva Klingenstein
